Boden unter den Füssen, Weite über dem Kopf

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Bild: Günter Albers – stock.adobe.com

Die Sommerferien sind vorbei. Vielleicht sind wir mit den ​Gedanken noch bei langen Abenden am See oder unterwegs in den Bergen. Vielleicht hat uns der Alltag aber auch schon wieder fest im Griff: Die Schule ​beginnt, die Sommerpause ist zu Ende, die Agenda füllt sich, und plötzlich geht alles wieder ziemlich schnell.

Ich mag diese Zeit zwischen Sommer und Herbst. Sie hat etwas von Aufbruch und neuem Leben. Noch ist die Wärme des Sommers zu spüren, gleichzeitig verändert sich etwas. Die Tage werden kürzer, das Licht weicher. Die Zeit bleibt nicht stehen. Vielleicht brauchen wir gerade deshalb beides: Boden unter den Füssen und Weite über dem Kopf.

Boden unter den Füssen – das sind die Menschen und Orte, die uns Halt geben. Vertraute Wege, Rituale, Begegnungen. Ein Gottesdienst, ein Lied, ein Gespräch nach der Feier, eine Tasse Kaffee. Und Weite über dem Kopf – das ist die Freiheit, dass nicht alles festgelegt ist, dass Neues möglich bleibt und dass wir hoffen und träumen dürfen.

In den kommenden Monaten wird bei uns vieles in Bewegung sein. Die beiden Kirchgemeinden planen ganz konkret für die Fusion im Januar. Was lange nach Zukunft klang, wird immer wirklicher. Es gibt Entscheidungen, Termine und viele praktische Fragen. Manches ist schon klar, anderes noch offen. Vielleicht müssen wir aber auch nicht alles wissen. Glaube bedeutet nicht, einen fertigen Plan für die Zukunft zu besitzen. Manchmal bedeutet Glaube schlicht, den nächsten Schritt zu gehen – mit beiden Füssen auf dem Boden und dem Blick nach vorne.

Unsere Gottesdienste nach den Sommerferien erzählen davon: Wir feiern in Mönchaltorf mit der Cevi im Wald (so es denn weiterhin trocken ist, bei Regen in der Kirche), auf dem Autoscooter an der Chilbi, beim Erntedank und beim Abschied von unserer Choralschola. Ganz unterschiedliche Orte und Anlässe – und doch verbindet sie etwas: Kirche findet dort statt, wo Menschen leben. Solange es noch warm und trocken ist, tut es gut, den Kirchenraum auch einmal zu verlassen und den Himmel über uns wahrzunehmen. Einen weiten Himmel, unter dem Platz ist für das, was kommt. Auch der Erntedankgottesdienst erinnert uns daran: Wir können säen, pflegen und planen. Aber wir können das Wachsen nicht machen. Wir dürfen unseren Teil beitragen und zugleich darauf vertrauen, dass mehr geschieht, als wir selbst in der Hand haben. Das gilt für einen Garten. Und vielleicht auch für unsere Kirchgemeinden. Wir dürfen gestalten und uns auf die gemeinsame Zukunft freuen. Aber wir müssen heute noch nicht wissen, wie alles einmal aussehen wird. Es genügt, wenn wir gemeinsam unterwegs bleiben. Mit Boden unter den Füssen. Und Weite über dem Kopf.

Pfarrerin Cindy Gehrig


 

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Reformierte Kirchgemeinde Mönchaltorf
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