Providenz
Das Wort «Providenz» kommt vom lateinischen providere – «voraussehen», «vorsorgen». In der Theologie bezeichnet es den Glauben daran, dass Gott seine Schöpfung nicht sich selbst überlässt, sondern sie erhält, begleitet und in ihr wirkt. Das klingt zunächst tröstlich – und wirft zugleich schwierige Fragen auf. Wenn Gott die Welt in seiner Hand hält: Was ist dann mit Krieg, Krankheit, Naturkatastrophen oder persönlichem Leid? Bedeutet Providenz, dass alles, was geschieht, Gottes Wille ist? Davon ist nicht auszugehen. Christlicher Glaube geht eher davon aus, dass Gott gegenwärtig bleibt, auch im Leid und in Momenten, in denen die Menschen keinen Sinn mehr erkennen können. Providenz ist insofern weniger die Gewissheit, Gottes Plan zu kennen, als die Hoffnung, dass unser Leben nicht ins Leere läuft. Wir müssen nicht alles verstehen und können nicht alles kontrollieren. Aber wir dürfen darauf vertrauen: Wir sind nicht uns selbst überlassen.
Pfarrerin Cindy Gehrig